Gartengestaltung mit Weiden

Seit einigen Jahren erfreut sich ein uraltes Material wieder wachsender Beliebtheit im Garten: Weidenruten. Die schlanken, langen und biegsamen Triebe von verschiedenen Weidenarten sehen edel aus und sind vielseitig einsetzbar als Werkstoff für geflochtene Beeteinfassungen, Rankhilfen, Trennwände und sogar lebende Weidenzäune und Weidenbauwerke. Obendrein wächst dieser Rohstoff schnell, ist regional verfügbar, biologisch abbaubar und seine Verarbeitung ist mit ein wenig Übung schnell erlernt. Durch seine Nutzung wird der Erhalt alter Kulturlandschaften gefördert: Knorrige Kopfweiden prägen seit Jahrhunderten ganze (Fluss-) Landschaften und sind Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten und Vögel – doch sie bedürfen eines ein- bis dreijährlichen Rückschnittes, um erhalten werden zu können. Seitdem Plastikgebinde den geflochtenen Korb als universelles Behältnis abgelöst haben, werden viele Kopfweiden nicht mehr bewirtschaftet.

Verarbeitung: 

Nun könnte man mit Ast- und Baumschere bewaffnet zum Guerilla-Landschaftspfleger werden und den Eigenbedarf an Weidenruten für die Gartenprojekte an verwaisten Kopfweiden selbst schneiden – im Spätwinter ist die perfekte Zeit dazu. Dazu werden alle jungen Triebe eines Baumes knapp über der Basis gekappt. Diese sogenannten „grünen“ Weidenruten eignen sich zur Verarbeitung als lebende Strukturen, indem die Äste möglichst rasch nach dem Schnitt in die feuchte Erde gesteckt werden. Sie werden dann noch im gleichen Jahr Wurzeln bilden und austreiben. Die neuen Triebe lassen sich im Laufe der Zeit mit den dickeren Hölzern zu kunstvollen, grün belaubten Zäunen, Tipis oder Lauben verflechten. 

Alternative Verarbeitung: 

Sollen nicht-lebende Beeteinfassungen, Rankhilfen oder Trennwände gebaut werden, können die grünen Weidenruten ebenfalls sofort verarbeitet werden und müssen dafür nicht geschält werden. Sie trocknen dann im Flechtverband und treiben nicht aus, sofern sie keinen ständigen Wasser- und Bodenkontakt haben. Rote Triebe (z.B. Salix purpurea) und gelbe Triebe (z.B. Salix viminalis) altern zu einem schönen, dunklen Rotbraun hin. Für das Flechten braucht es immer dickere Stützäste und dünnere Flechtruten. Das müssen nicht immer Weiden sein: Für die Stützen eignen sich auch gut mehrjährige Haseläste. Es gilt: Übung macht den Meister und die Meisterin.

Fazit: 

Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, die Weiden selbst zu „schneiteln“, wie das jährliche Rutenschneiden auch genannt wird, hat die Möglichkeit, die Ruten einfach über einen Versand zu bestellen und sich dann ans Basteln zu machen. Die Ruten werden dann schon getrocknet ankommen und müssen vor der Verarbeitung für einige Tage bis Wochen gewässert werden, damit sie biegsam genug sind. 

Noch einfacher ist es natürlich, ins nächste Gartencenter zu fahren und die vorgefertigten geflochtenen Elemente oder gedrahteten Weidenmatten dort zu kaufen – doch das kostet mehr… und macht vermutlich nicht ganz so viel Spaß.